Exploring the Murchison of W.A._ger

Westaustralien ist ein so riesiger Staat. 200 Kilometer zu fahren, ohne jemand anderen zu treffen, ist der Normalfall. Geplant hatten wir eine 3 bis 4-tägige Rundfahrt zur Murchison Region, aber es wurden 8 Tage daraus.

Warum???
Es gibt hier draußen einfach so viel zu sehen, zumindest wenn du etwas neugierig bist. Aber du musst Zeit mitbringen. Wir haben Glück, dass wir genau das haben, Zeit. Viele Besucher eilen durch das Gebiet und haken die Sehenswürdigkeiten nur kurz ab. Dabei lassen sie es gar nicht erst zu, dass die Magie diese besonderen Welt auf sie wirken kann.

Unser Ziel waren einige Granitkuppeln. Die Murchison Region ist ein nur ein kleiner Teil des Yilgarn Craton, der sich über etwa 650.000 Quadratkilometer von Westaustralien erstreckt.
Ich habe "Craton" gegoogelt. Dort wird das Gebiet als "eine relativ starre und unbewegliche Region von kontinentalen Teilen der Erdkruste“ beschrieben. Faszinierend. Es ist das größte Granitgebiet des Landes und eine der ältesten Landschaften der Welt. Es ist auch unsere führende Mineralprovinz, die zwei Drittel des gesamten australischen Goldes und den größten Teil des Nickels produziert.
(https://en.wikipedia.org/wiki/Yilgarn_Craton). Mehr Info zur Geologie: http://www.ga.gov.au/webtemp/image_cache/GA18908.pdf
Es war schwer, der Versuchung zu widerstehen, die Gipfel dieser monolithischen Kuppeln zu erklimmen. Sie sind nicht besonders hoch gelegen, aber wir haben trotzdem jedes Mal unseren Fitnessstatus in Frage gestellt. Die Aussicht darauf, oben anzukommen und die kühle frische Luft einzuatmen, während wir uns erholten, war einfach zu verlockend. Wir erreichten den ersten Gipfel, aber dann gab es noch etwas anderes zu entdecken, einen weiteren Felsbrocken zum Klettern, eine weitere Nische zu erkunden, eine weitere Aussicht auf das Umland.
Wir erreichten den ersten Gipfel, aber dann gab es noch etwas anderes zu entdecken, einen weiteren Felsbrocken zum Klettern, eine weitere Nische zu erkunden, eine weitere Aussicht auf das Umland.
Auf dem Walga Rock, dem größten der Monolithen, die wir bestiegen haben, entdeckten wir ein Känguru. Es hatte wohl an einer der im Felsen mit Regenwasser gefüllten Gumpen getrunken. Nun sprang es mühelos über einige der grüneren Abschnitte des Felsens und verschwand dann über den Felsrand, als wären ihm Flügel gewachsen. Unmöglich es für weitere Fotos zu jagen. Kurz darauf genoss ich es, einen kleinen Schwalbenstar aus einem der Wasserlöcher an dem ich saß, nicht weit von mir entfernt trinken zu sehen.
Ich war leicht schockiert, als Wags unsere zusammenklappbare Geschirrspüle packte und den Felsen hinauf trug, um stolz mit "frischem Wasser" zurückzukehren. Er hielt es für gut genug, um es zu trinken und sich darin zu waschen. Es machte eigentlich auch Sinn. Der Fels ist aus Granit, das Wasser ist vom Himmel gefallen, und es gibt nicht viel, was es so kurz nach dem erst kürzlich niedergegangenen Regen hätte verschmutzen können.
Am nächsten Tag übernahm ich Paul´s Mut. Das Wasser zu trinken war mir zu riskant. Aber zum Geschirrspülen war es sicher nutzbar. Ich schaffte es sogar, meine Haare zu waschen. Das war nach 5 Tagen, in denen ich sie unter Mützen und Hüten versteckt hatte, auch dringend notwendig. Es fühlte sich aufregend gut an. Und weil ich schon mal dabei war, stellte ich mich einfach nackt auf den Felsen und wusch mich komplett. Das war bei den am Abend ordentlich sinkenden Temperaturen eine ziemlich frische Angelegenheit. Sich bei kühler Brise kaltes Wasser über den Körper zu gießen, verlangte mir als echtem Stadtmädchen eine ziemliche Überwindung ab.
Dieses Gebiet hat auch eine große Bedeutung für die Aborigines,die Ureinwohner. Die Wasserlöcher, bekannt als "Gnamma", waren eine wichtige Wasserquelle für sie. Außerdem enthält der Walga Rock, ein Treffpunkt für Aborigines aus der Region, eine riesige natürliche Galerie mit Gemälden Felszeichnungen und Ritzungen. Wieviel davon wirklich historisch sind und welche die heutigen Ureinwohner oder wenig respektvolle Touristen dort hinzu gemalt haben, können sicher nur Fachleute bestimmen.
Jeden Abend fanden wir erstaunliche und abgelegene Campingplätze. Mit viel herumliegendem Totholz hielten wir unser Feuer leicht in Gang. Es wurde zur Routine, vor Einbruch der Dunkelheit Holz zu sammeln - genug, um uns zur Schlafenszeit zu wärmen und dann genug, um uns den Morgenkaffee heiß zu machen.
Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen war es, mich mit einem Glas Wein in der Hand in meinen Stuhl zu setzen und auf die knisternden Flammen zu schaun. Allerdings waren die Mücken ein Problem. An manchen Tagen war es ein Rennen gegen die summenden Invasoren, den Campingplatz zu räumen, bevor sie zu Hunderten anrückten, um uns zu piesacken. Ich vermute, ein "Camping-Einteiler" - von Kopf bis Fuß - wäre eine tolle Erfindung , um sich diese winzigen, nervigen Kreaturen von der Haut zu halten. Ich suche derzeit nach einem natürlichen ölbasierten Insektenschutzmittel, um DEET-basierte Produkte nach Möglichkeit zu vermeiden. Anmerkung: (DEET ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Repellents mit insektenabweisenden Eigenschaften gegen blutsaugende Mücken, Fliegen, Flöhe und Zecken. Es ist klinisch gut untersucht und zählt zu den zuverlässigen, tropentauglichen Insektenschutzmitteln. Es gibt aber, wenn auch selten, unerwünschte Nebenwirkungen. Dazu gehören etwa lokale Hautreaktionen. In seltenen Fällen können neuro- und kardiotoxische Effekte wie Krampfanfälle und zu niedriger Blutdruck auftreten. Chemische Formel: N,N-Diethyl-3-Methylbenzamin).
Big Bell ist eine faszinierende Geisterstadt, die während der Goldminenzeit entstand. Die Stadt hat noch viele intakte Bauwerke und genug Beschilderung, um einem ein Gefühl dafür zu geben, wie es gewesen sein könnte, hier gelebt und gearbeitet zu haben. Ich entdeckte die Ruine eines kleinen Zweizimmerhauses. Jedes winzige Zimmer wird von einem riesigen Kamin dominiert. Ich kann mir vorstellen, wie es war, sich in der Winternacht am brennenden Feuer im Inneren niederzulassen und dem Geräuschen der Stadt durch das Mauerwerk zuzuhören.
Die Gemäuer des Pubs sind ebenfalls noch relativ intakt. Bekannt war er während seiner Zeit für die längste Bar Australiens. Wir Aussies lieben unsere Pubs.
Bevor wir nach Hause zurückkehrten, schlugen wir unser Lager am Fluss nahe der Siedlung Murchison auf. Normalerweise das Jahr über oft trocken gefallen, führte der Fluss etwas Wasser. Es war unmöglich, dem Wunsch nach einem Bad im funkelnden Licht der Mittagssonne zu widerstehen. Der Wasserstand im Flussbett war relativ niedrig und der Boden etwas schlammig. So trübte sich das klare Nass, wenn man es mit den Füßen aufwühlte.

Den Körper nach dem erfrischenden Bad wieder von der nördlichen Wintersonne streicheln zu lassen, hatte was....bis wieder der Ansturm der Mücken und Buschfliegen einsetzte und uns zur Flucht in unser neues moskitosicheres Zelt zwang.

Für uns Menschen sind diese Insekten unangenehme Plagegeister. Viele von ihnen sind aber wichtige Bestäuber und unverzichtbar für die Pflanzenwelt des Outbacks. Andere tragen verwesende Tierkadaver ab oder dienen in der Nahrungskette höher stehenden Lebewesen als Nahrung.

Das große Finale unseres Trips war in dieser Nacht eine Mondfinsternis zu erleben. Ganze 90 Minuten klarer Nachthimmel und große, lebhaft wechselnde Monde.

Viel Spaß mit unserem Video!

Wags & Deb, 2019

Deb

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